Reisebericht: Korsika 2009 / Teil 1
Im April hatte ich hier ja mal nach Tipps und Tricks für einen Korsika Urlaub gefragt.
Inzwischen ist die Urlaubzeit nun auch schon wieder rum, und ich bin voll und ganz begeistert von der Insel wieder zurück.
Würde mich freuen, wenn ich hier jemandem damit ein paar Fragen beantworten künnte, oder vielleicht auch einen Anreiz für den nächsten Urlaub geben kann …
Allgemeines:
Gerade mit dem Bus, Wohnmobil oder PKW + Zelt ist Korsika traumhaft. Es ist so vielseitig, sehr abwechslungsreich und man kann die unterschiedlichsten Dinge sehen und erleben! Wir sind garantiert nicht zum letzten Mal dort gewesen.
Insgesamt waren wir 14 Tage auf der Insel. Ende August bis Anfang / Mitte September.
Campingplätze und Strände waren noch gut besucht, aber auf keinen Fall überlaufen. Frankreich und Italien hatte nach 4 Tagen wieder Schule, und bei uns waren es noch BW und Bayern, die Ferien hatten. Generell haben wir schon noch viele deutsche gesehen auf der Insel.
Reiseführer hatten wir mehrere:
- Korsika (vom Michael Müller Verlag, Autor: Markus X. Schmid, ISBN: 3899534514)
Sehr gut und ausführlich. Hier sind viele Campingplätze eingezeichnet und beschrieben. Aus dem haben wir die meisten Informationen gezogen und am häufigsten benutzt.
- Mit dem WoMo nach Korsika (WoMo Verlag, ISBN: 3939789038)
Wenn man die Touren, die hier beschrieben werden fahren müchte, sicherlich hilfreich und gut beschrieben. Ist man aber auf der eigenen Route unterwegs, kann der Reiseführer in bestimmten Regionen, die auf dessen Touren besucht werden, weiterhelfen. Aber kein allgemeiner Reiseführer für die ganze Insel.
- Reise Know-How Korsika (ISBN: 9783891717361)
Hier sind schüne, ausführliche Karten enthalten, dafür aber gar keine Campinglätze eingezeichnet oder beschrieben.
Dazu noch eine Landkarte von Michelin (T
!) und ein tragbares Navi.
So haben wir uns also bis an die Zähne bewaffnet auf die Insel begeben
- Korsika - Die schünsten Küsten- und Bergwanderungen (Bergverlag Rother, ISBN: 9783763342808)
Ein Wanderführer. Die Ruten sind sehr genau beschrieben und man kann sich auch gut nach den angegebenen zeit- und Hühenangaben richten. Wer gerne wandert oder auch nur \"grüßere Spaziergänge\" macht wird hier sicherlich viel Freude dran haben. Unsere Touren haben wir alle aus diesem Buch gehabt.
Die Campingplätze, die wir besucht haben hatte alle zw. * und ***.
Gekostet haben die so zwischen 18 – 28 Euro je Nacht, mit zwei Personen, einem Bus und Strom. Die persünlichen Ansprüche sind bei sowas sicherlich das Ausschlaggebende, aber es ist jetzt kein Platz dabei gewesen, von dem ich jetzt abraten würde. Dazu aber später mehr.
Zum Thema Strom auf dem Campingplatz, auf Korsika tut man gut, wenn man min. 30m oder mehr an Stromkabel dabei ha. Es sind teilweise lange Wege zur Buchse, wenn man schün stehen müchte.
Bis auf eine Nacht waren wir auch immer auf ausgeschriebenen Campinglätzen. Von einigen Freunden und Bekannten, wie auch in verschiedenen Reiseführern würde ich gewarnt, dass wild Campieren auf der Insel nicht gerne gesehen wird, und hier auch schonmal Scheiben eingeschlagen werden. Das muss ich nicht haben. Campingplätze gibt es wie Sand am Meer auf der Insel, da herrscht kein Mangel. Wild übernachten ist ganz sicherlich auch müglich (gerade ohne Falt- / Hochdach).
Das Einkaufen / Tanken (Spritpreise ähnlich wie bei uns) auf der Insel ist gar kein Problem. Alle Nase lang gibt es riesige Supermärkte „Super U“, „Spar“, „Leclerc“ oder „Casino“. Hier bekommt man alles, sogar Campingzubehür.
Allerdings hat es natürlich viel mehr Charme in den ortseigenen, kleinen Laden zu gehen …
Zahlen kann man überall in Bar und mit Travellerschecks. EC-Karten werden oftmals nicht genommen!
Die Korsen an sich sind – so habe ich es vorher oft gelesen und teilweise selber dann auch erlebt – stolze Franzosen. Gerade im Landesinneren tut man als Tourist gut, franzüsisch zu sprechen, das macht gleich mal einen guten Eindruck. An einem Campingplatz hat die Dame vor mir auch den Satz zu hüren bekommen „Ici il faut parlez francaise!“ …
Ich selber habe das aber alles eher als kleine Marotte gesehen und fand es spannend das so zu erleben. An den Küsten sind die Korsen dann doch schon mehr dahinter gekommen, dass die Theorie „der Kunde ist Künig“ in der Tourismusindustrie eher zieht.
Die Anreise:
Wir haben die Fähre (Moby Line) ab Genua genommen. Unter der Woche sind die Überfahrten nochmal günstiger, als an den Wochenenden. Von z.B. Livorno aus sind die Überfahrten günstiger, man hat aber eine längere Anfahrt, und teilweise fahren die Fähren dann die ganze Nacht durch, dann eben nur mit ½ Kraft.
Gebucht haben wir übers Internet. Hier hatten wir einen Preis, der eine Woche später deutlich teurer war. Über die Hotline haben wir dann aber ein doch noch günstigeres Paket, als den ersten Preis bekommen. Hier lohnt es sich als zu gucken, zu suchen und zu fragen!
Nach Genua haben wir ca. 6 Stunden gebraucht, vom Bodensee aus. Über den Gotthard, dann nach Milano und weiter nach Genua.
Hier habe ich von einem Freund den Tipp bekommen, dass es sich lohnt südlich von Milano Richtung Alessandira von der A7 rüber auf die parallell gezogene A26 zu wechseln. Ist von der Strecke her ein leichter Umweg, zeitlich holt man das ganze aber wieder rein, da die A26 deutlich besser ausgebaut ist (Tunnels statt Kurven) und vor allem deutlich weniger von LKWs befahren wird.
Auf der Rückfahrt haben wir (dank einer Fehleingabe im Navi) die Route über die A7 direkt probiert. Man merkt einen deutlichen Unterschied …
Auf der Fähre lohnt es sich auf jeden Fall eine Picknickdecke, Kissen, ein Buch, was zu Essen und zu Trinken mit zu nehmen. Während der Überfahrt darf man nicht runter ans Auto. Bei uns war es so, dass es draußen, auf Deck, deutlich wärmer und angenehmer war, als im klimatisierten Inneren der Fähre. Allerdings hat es auf Deck kaum Sitzgelegenheiten – also ab auf den Boden. Die Überfahrt hat, meine ich, knappe 6 Stunden gedauert.
Die Insel:
In Bastia fährt man von der Fähre und ist gleich mitten in der Stadt. Hier steht die Entscheidung an, will ich weiter in den Norden, zum Cap Corse, oder runter in den Süden bzw. rüber an die Westküste. Tja, und dann geht der Urlaub los!
Ganz allgemein kann man sagen, die Ostküste ist gemütlicher und ruhiger. Die Straßen sind gerade und sehr gut ausgebaut. Die Strände sind sandig und das Meer ruhig. Hier ist also entspannter Badeurlaub mit Schnorcheln angesagt.
Das Landesinnere ist teils sehr gebirgig, mit schünen Flüssen und Wandermüglichkeiten.
Hier habe ich mich in Gedanken des öfteren bei meinem Stoßdämpfern und meinem Motor entschuldigt, wenn wir über die kleinen Passstraßen gefahren sind …
Die Westküste ist eher steinige und klippig. Hier wird das Fahren schonmal zur Herausforderung. Mit Serpentinen – Küstenstraßen, Steilklippen, Felsüberhängen und einer grandiosen Aussicht. Die Strände ist grobkürniger bis steinig, das Meer rauer und es hat deutlich mehr Wind als an der Ostküste. Also eher das Revier für Windsurfer, Kitesurfer und Wellenliebhaber.
Das Cap Corse hat ganz sicherlich auch seinen Reiz, wir haben es aber nicht mehr geschafft, und somit kann ich hierzu leider nichts sagen.
Unsere Tour:
Ich müchte ein wenig unsere Tour beschreiben, wie wir über die Insel gefahren sind. Die Campingplätze auf denen wir waren, Strände, Ausflüge und Wanderungen die wir gemacht haben.
Gestartet sind wir in Bastia, von da ging es bis runter in den Süden, dann ins Landesinnere nach Corte, weiter an die Westküste, und dann an der Küste entlang Richtung Norden, zurück nach Bastia.
Von der Richtung her würde ich es auf jeden Fall empfehlen IM Uhrzeigersinn um die Insel zu fahren. So hat man zu Beginn den gemütlichen Strandurlaub an der Ostküste um anzukommen und zu entspannen, dann kann man sich in die immer spannender werdende Vegetation stürzen und die Insel mehr und mehr genießen. Anders herum hatte ich das gefühlt, hätte ich mich dann später an der Ostküste eher gelangweilt, wenn ich die Westküste schon gefahren hätte. Meine Meinung!
Unser erster Halt war am Camping Calamar, bei Moriani Plage.
Ein unkomplizierter Campingplatz mit viel Schatten in einem Olivenbaum Hein.
Von den sanitären Anlagen her war er nicht der sauberste den wir in den zwei Wochen angetroffen haben, aber durchaus i.O.
Hier haben wir die ersten zwei Nächte verbracht um erst einmal anzukommen und ins Urlaubsfeeling einzutauchen. Leider hab ich gleich beim zweiten Sprung ins Meer eine Feuerqualle erwischt. Danach geht man mit deutlich mehr Respekt ins Wasser, als vorher …
Der Platzwart hatte aber ein klasse Salbe, am Abend hab ich nichts mehr gespürt, nur noch eine hässliche Brandnarbe am Oberarm (der jetzt immer noch da ist).
Ich muss aber auch dazu sagen, Quallen sind definitiv nicht gängig an den korsischen Stränden. In der Nacht zuvor hatte es gewittert, es wurde gemutmaßt, ob das auch etwas mit der Witterung zu tun hat – ich weiß es nicht.
Von hier ging es zum Camping Côte de Nâcres südlich von Solenzarau.
Im hintersten Teil des Platzes gibt es ein schünes Areal, direkt an der Flussmündung, oder wahlweise mit Meerblick unter Bäumen. Im vorderen Bereich sind die Strandplätze grandios, haben allerdings gar keinen Schatten. Hier würde auch den Stellplatz prüfen nach Sandlüchern.
Wer früh aufsteht kann mit dem Sonnenaufgang ins Meerlaufen. Ein Traum!
Vor dem Camping Côte de Nâcres hatten wir uns den Platz „Arinella Bianca“ angesehen, da der in einem Reiseführer als einer der ‚Besten Plätze an der Ostküste‘ bezeichnet wurde. Nunja, mit Kindern vielleicht, und wenn man volle zwei Wochen da bleiben müchte. Aber ich steh nicht so auf ein Großflächen Schnellrestaurant in einer Halle mit Videospielautomaten, riesen Flatscreen Monitoren mit permanenter Werbung und einem total überfüllten Pool, trotz Meeranschluss …
Weiter ging es zum Camping Fautea, südlich von Tarco.
Sehr schün gelegener Platz mit vielen, kleinen Terrassen am Hang und Meerblick. Hier lohnt es sich aber, den Stellplatz vorher gut anzugucken, da es gerne mal eine enge Kurve oder eine Stufe hat. Hier hatte ich ein wenig Rangierarbeit zu leisten, weil ich zu voreilig war. Insgesamt gibt es drei Müglichkeiten baden zu gehen, ein üffentlicher Strand, ein sehr kleiner, direkt unterhalb vom Campingplatz oder in Richtung des Genuesenturms ein üffentlicher, aber eher versteckter Strandabschnitt.
Das Lokal unten am Strand ist durchaus zu empfehlen. Sieht auf den ersten Blick etwas nach „Bude“ aus, ist aber sehr schün, nicht zu chic und das Fischmenü war sehr gut. Hinterher gab es Hausgemachten Kuchen mmmmhhhhh.
Trotz Sonntag waren in Bonifacio die Läden geüffnet. Eine Wunderschüne Stadt – vor allem die Altstadt. Aber auch nur bis ca. 10:00 – 10:30 Uhr, dann kommen die Touristenmassen, und es wird wirklich eng und nervig. Den besten Blick hat man ganz sicherlich vom Wasser aus, haben wir aber nicht gemacht.
Geparkt haben wir auf einem der kostenpflichtigen, üffentlichen Parkplätze. Die Supermärkte haben extra jemanden davor sitzen, der Aufpasst, ob man Einkaufen geht oder die Stadt besichtigt. Also aufpassen.
Nach der Stadt ein Badestop, am südlichen zipfel vom Golfe de Santa Manza. Die Straße in Richtung „Gurgazu“, und dann das Horn weiter vor, bis ganz ans Ende. Hier findet man eine kleine Bucht, ganz am Ende der Straße (Sackgasse) mit Parkplatz und Bar, durch eine Schranke in der Hühe beschränkt. Ca. 300m Vor dem Parkplatz ist eine kleine Ausbuchtung ins Meer, auch durch eine Schranke in der Hühe beschränkt. Die war bei uns aber auf, hier standen schon einige Busse und auch ein WoMo. Sehr schüner Strand zum schnorcheln und Windsurfen.
Nächster Halt war der Camping La Baie des Voiles, bei Porto Veccio.
Auch direkt am Meer gelegen, sehr schüne Plätze. Nur wenn man das offene Meer gewohnt ist, wird es einem hier doch eher etwas trist zu Baden, da man gegenüber schon das Land sieht und sich eher wie in einer riesigen Lagune fühlt. Kleiner, negativer Punkt: direkt nebenan (nur durch einen Zaun getrennt) ist ein weiterer Campingplatz. Hier war ab 10 Uhr Halli-Galli und irgendeine Quizshow …
Morgens geht es dann ganz früh los zum Plage de Palombagia, südlich von Porto Veccio. Ein Traum sag ich nur! Türkis / kristallklares Wasser. Wirklich der tollste Ort auf der ganzen Insel zum schnorcheln, den ich gesehen habe.
Ganz am Ende der Straß gibt es einen Parkplatz. Der kostet 3 Euro, egal ob für 10 min. oder den ganzen Tag. Und das Gute ist, hier darf man (für 10 Euro zusätzlich) auch campieren. Es gibt nur duschen, aber es lohnt sich früh am Strand zu sein. Ab halb 11 wird es hier auch voll und dann macht es keinen Spaß mehr. Also schün am Abend vorher anfahren, noch den Strand angucken und vielleicht noch einen Cocktail trinken, dann schlafen gehen und morgens der erste im Wasser sein! Es lohnt sich!
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