Reisebericht: Korsika 2009 / Teil 2

bluestar_2+2, Thursday, 17.09.2009, 17:09 (vor 6015 Tagen) @ bluestar_2+2

Bei Porto Veccio fahren wir auf die D 368 und somit ins Landesinnere, ins Barella Gebirge. Sehr schün hier, tolle Ausblicke auf die Küste. Aber auch eine steile Straße. Zwei mal machen wir Pause um dem Motor eine Abkühlung zu günnen. Hier geht es letztendlich auch über einen Pass mit 1.218 m. Wirklich sehr schün, aber sollte man sich vorher einfach überlegen ob man das sich um dem Bus zumuten müchte.
Unterwegs machen wir halt und wandern zu den „Cascade de Piscia di Gollo“ (auf deutsch: der Hahnenpiss). Ein Schüner Wasserfall mitten im Wald. Etwas vorher hat man auch die Müglichkeit in dem Fluss, der den Fall speist, zu banden. Ein Weg dauert knapp eine Stunde. Der Anfang ist gut zu laufen, gegen Ende wird es etwas gerüllig, also feste Schuhe anziehen. Die, die wir mit Flip Flops gesehen haben (nicht all zu wenige) sahen nicht so glücklich aus … selber schuld.

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Über die D 268 geht es wieder in Richtung Küste. Vorher machen wir aber Pause, auf dem Camping U Ponte Grosso.
Naja, eigentlich ist es eher ein Stellplatz. Strom gibt es nicht, und das Warmwasser zum Duschen kostet extra. Aber wir stehen direkt am Flussbett der „Solenzara“, und ‚duschen‘ morgens einfach in nächsten der Gumpen des Flusses. Das macht deutlich mehr Spaß als duschen, und auch fitter!
Ein paar Kilometer die Straße weiter Richtung Meer, kommt auch nochmal ein „richtiger“ Campingplatz.

Noch ein Stück die Ostküste wieder rauf und dann bei Aléria auf die N 200. Jetzt geht es in Landesinnere, Richtung Corte, auf den Camping Tuani, etwas südlich von Corte, das Restonica Tal hinauf.
Mit einer der schünsten Plätze auf denen wir waren. Mitten im Wald, rechts und links, oberhalb des Flussufers gelegen. Die Gumpen sind wunderbar zum baden oder wandern. Die Pizzeria auf dem Platz macht auch sehr gute Steinofen Pizzen. Vom Stellplatz her kann ich empfehlen das kleine Areal anzusteuern, noch diesseits der Brücke. Hier sind die Wege zu den sanitären Anlagen zwar etwas weiter, dafür bekommt man es aber auch nicht gleich mit, wenn die Sickergrube ausgepumpt wird. Nein, bis in diese Hühenlagen ist noch keine Kanalisation gelegt … Außerdem ist es hier nicht ganz so dicht besetzt und es sind die einzigen Stellplätze mit Stromanschlüssen.
Beim Einchecken sollte man hier gleich drauf achten, dass alle Daten (Grüße des Fahrzeuges, Stromanschluss etc.) korrekt aufgenommen werden. Es gibt einen Preis für Busse, mir wurde ein WoMo (50 Cent mehr) berechnet. An diesen 50 Cent soll es nicht liegen und die sind es definitiv auch nicht wert, darüber das Diskutieren anzufangen, aber ich hatte null Chance hier überhaupt zu argumentieren – Korsen … (Der Dame vor mir ging es im Übrigen mit der Grüße ihres Zeltes genau so).
Ca. zwei Kilometer oberhalb das Campingplatzes starten einige Wanderruten ins Restonica Tal. Allerdings ist es auch hier wieder so, aber spätestens 11 Uhr wird es eng auf dem Parkplatz. Es muss wohl auch einige schüne Klettersteige geben, was unsere Nachbarn so erzählt haben.
Und noch als Tipp, hier im Gebirge / Wald wird es nachts doch noch deutlich kälter, als am Meer.

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Auf dem weiteren Weg zur Westküsten (in Richtung Ajaccio) haben wir noch einen Stop am Pass von Vizzavona eingelegt und sind von dort aus zu den „Cascard Anglaises“ gewandert. Ca. 1 Stunde Hinweg und man findet tolle Badegumpen und einen Wasserfall.
(Vom Parkplatz hinauf in den Wald, hier ist der Weg noch gut angeschrieben. Dann, an der Burgruine gleich wieder in den Wald abbiegen, leicht bergab den Weg nehmen - obwohl die Markierung weiter den Hang hinauf zeigt. Hier hürt sie aber bald auf, und man muss sich so im Wald seinen Weg suchen! Und auch hier sind feste Schuhe deutlich von Vorteil!) Falls wer dort mein grün-gelbes Handtuch findet - darf er gern behalten … Ich hab es erst wieder unten an der Küste gemerkt, dass es aus dem Rucksack gerutscht ist.

Weiter geht es also wieder zum Meer. Vor Ajaccio ( bei Afa) sind wir Richtung Norden abgebogen und haben am Golf von Liscia am Camping La Liscia Halt gemacht.
Der erste Platz an der Westküste. Saubere Sanitäre Anlagen, aber eher in der oberen Preisregion. Schüne Stellplätze, teilweise aber mit recht wenig Schatten. Zum Strand läuft man 3 Minuten, und als wir dort waren, war der leider recht schmuddelig. Sowohl Algen als auch Plastiktüten etc. Und deutlich grobkürniger als an der Ostküste. So von der ganzen Gegend her war das der Teil der Insel, der mich am wenigsten angesprochen hat.

Am nächsten Tag also weiter in Richtung Golf von Porto. Am Plage d’Arone halten wir auf dem Camping Plage d’Arone. Hier gibt es sehr schüne Stellplätze, aber die sind bald belegt, und wir müssen uns mit einem durchschnittlichen begnügen. Zum Strand ist es diesmal sicherlich der weiteste Weg vom ganzen Urlaub, ca. 5 Minuten zu Fuß. Ansonsten eine schüne, ruhige Gegend und tolles Meer.

Jetzt geht es zum Capo Rosso und dem Golf von Porto.
In meinen Augen das Highlight. Die ganze Gegend hier hat mir unglaublich gut gefallen – traumhaft. Gleich morgens um halb 9 wandern wir zum Tour de Turghio. Ein Genusenturm ganz vorne auf dem Cap. Knapp 2 Stunden ein Weg, mit steilen Anstiegen am Ende. Aber immer noch mit Hunden und Kindern machbar, wie ich gesehen habe. Viel Maccia, aber auch das kann beeindruckend sein. Hier darf man sich nicht erschrecken, wenn plützlich ein Mann in deutscher Flecktarnuniform und geschultertem Gewehr an einem vorbei spurtet und komische Geräusche grunzt – auf der Wildschweinjagt haben wir einfach mal beschlossen. Als wir um halb 11 am Turm ankommen, bleiben noch knappe 30 Min., und auch dann geht hier der Touri-run los – aber die Aussicht über die Klippen und die Küste lohnt sich, garantiert!

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Weiter geht es nach Porto. Ein nettes Städtchen, mit tollem Ausblick auf die Bucht.
Da wir schon recht früh (gegen 17:00 Uhr) essen wollten, blieb nur die Pizzeria – alle anderen Restaurants halten noch Siesta – gegenüber der Kirche. Vom ersten Blick her sicherlich nichts Besonderes, aber die Pizza war super gut!

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Der nächste Tagesordnungspunkt: Les Calanches.
Ein traumhaftes Steinmassiv, in das die Witterung die fantastischsten Fratzen, Skulpturen, Gegenstände und Muster geschnitten hat. Wenn man hier gegen Abend her kommt leuchtet der Stein in einem wahnsinnigen Rot durch die untergehende Sonne, genau gegenüber. Das ist wirklich ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Das ganze zieht sich entlang der Küstenstraße. Immer wieder gibt es kleinere Parkbuchten für 1 – 3 Autos. Entweder kann man sich von hier aus alles ansehen (was in der Dämmerung auch ein gewaltiges Aufkommen an Spaziergängern und Fotografen auf der engen Küstenstraße bezeugt), oder man kann eine der ausgeschriebenen Wanderungen in die Berglandschaft machen. Hier gibt es von 45 Min. bis 2,5 Stunden alles. Das lohnt sich auf jeden Fall. Allerdings wird auch hier in allen Reiseführern vor Autoknackern gewarnt, die gerade in diesen einsamen Parkbuchten gerne ihrem Handwerk nachgehen. Wir haben es riskiert und es ist nichts passiert – muss jeder selber wissen.
Ursprünglich wollten wir von Porto aus in die Calanches laufen. Ist dort mit 2 km ausgeschrieben. Die 2. Hälfte des Weges muss man aber auf der Straße laufen und die ist eh schon recht eng und kurvenreich – und das im Dunkeln wieder zurück, nein danke. Wir haben dann umgedreht und sind doch mit dem Bus hin gefahren.

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Von hier aus ging es dann am selben Abend noch in einer Tour weiter bis hoch nach Calvi.
Die Küstenstraße soll ein wunderschünes Panorama bieten. Wie hatten Sie mir feuerrotem Himmel nach dem Sonnenuntergang. Und vor Allem leer. Kaum Gegenverkehr und wenn, sieht man ihn frühzeitig, weil Licht an. Also vom fahrerischen ist das hier definitiv anspruchsvoll. Sehr enge Kurven, auf der einen Seite geht es nach unten, auf der anderen nach oben (teilweise auch mit Überhang). Dazu dann Reisebusse, WoMo´s, Touristen und Motoradfahrer … Ich war froh, es in der Nacht gefahren zu sein. Ist aber auch wieder persünliche Ansicht.
Außerdem muss man bei Nachtfahrten immer damit rechnen, dass hinter der nächsten Kurve eine Kuh mitten auf der Straße steht. Ist mir auf der Streck 5x so gegangen.

In Calvi habe ich dann auf einen üffentlichen Parkplatz geparkt und da campiert. Kurz vor dem Hafen, direkt an einem Kreisverkehr, gegenüber vom „Super U“. Hier standen schon einige WoMo´s, und der Platz war kostenfrei.
Morgens dann die Stadt anschauen, ein kleines Frühstück am Hafen, und als die Massen dann wieder eingelaufen sind, zurück zum Bus und weiter.

Weiter Richtung Algajola, und etwas nürdlich von der Stadt auf den Camping de la Plage.
Sehr schüner Platz. Im hinteren Teil gibt es auch einen Stellplatz mit Wiese, hier ist allerdings etwas weniger Schatten vorhanden. Hinter der Bahnlinie ist gleich das Meer. Und da kann man sich ordentlich austoben. Windsurfen, Kitesurfen, Schnorcheln, in den Wellen rumtollen, Drachenfliegen – alles. Zum Wellenreiten wird es nicht ausreichen, aber sonst – volles Programm. Eine kleine Tauchstation hat es auch – kann ich aber nicht bewerten.
Das Restaurant am Strand bietet tollen, frischen Fisch und Seafood Gerichte. Dazu sehr guten Service und einen schon unverschämt kitschigen Sonnenuntergang im Meer.
Auch zu empfehlen sind die Croissant und Pains de Chocolat aus dem kleinen Laden vom Campingplatz. MMMMhhhhhhh, die fehlen mir immernoch.

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Von dort aus haben wir einen Ausflug nach Pigna gestartet. Ein kleiner Ort, liegt etwas oberhalb im Landesinneren (ca. 20 Min. Fahrt vom Campingplatz).
Hier wurde ein Projekt ins Leben gerufen, um die ursprüngliche Kultur der Korsen am Leben zu erhalten. Es werden weiterhin auf traditionelle Art Musikinstrumente, Schmuck, Lebensmittel, Spielsachen etc. hergestellt. Aber es lohnt sich auch einfach nur durch die kleinen Gässchen zu spazieren und nachher einen Kaffe auf einer schün eingewachsenen Terrasse mit Meerblick zu trinken. Hier kann man allerdings auch schün korsische Spezialitäten einkaufen.

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Unser letzter Halt war dann auf dem Camping A Stella. Nürdlich von St. Florent, ein paar Kilometer das Kap Corse rauf. Ganz tolle Stellplätze (teilweise auch wenig Schatten!), direkt oberhalb der „Ufermauer“. Wir haben nachts dann die Heckklappe doch zumachen müssen, weil das Wellenrauschen zu laut wurde.
Der Strand besteht aus ganz flachen Steinen, sehr lustig! Wo man hier aufpassen muss, beim Schnorcheln habe ich einige Seeigel gesehen!
Ums Eck hat es noch einen Sandstrand, der ist allerdings nicht all zu sehenswert, finde ich.
Als Ausklang war es nochmal ein toller Platz, mit viel Meer!

Und dann war der Urlaub leider auch schon wieder so gut wie rum.
Also zurück nach Bastia. Auf die Fähre einchecken muss man bis spätestens 90 min. vor Abfahrt, kann aber ab ungefähr 3 Stunden vor Abfahrt auf die Warteplätze auf dem Hafengelände fahren. In der näheren Umgebung ist es eher schwer einen Parkplatz zu finden. Wir hatten Glück und haben genau gegenüber einen kostenlosen erwischt.
Dann noch ein wenig durch die Stadt schlendern – vom Hafen aus gesehen in Richtung Süden, immer am Meer entlang kommt man zur Altstadt. Noch einen letzten Kaffee und dann ging es wieder zurück, Richtung Festland.

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So, ich hoffe, dass ich hiermit vielleicht dem einen oder anderen eine Hilfe bieten konnte, der sich schün für Korsika entschieden hat. Oder vielleicht sogar den Ausschlag für die Entscheidung für die Insel geben künnte!
Wie gesagt, ich kann es nur empfehlen, ins Besondere mit dem Bus.
Wenn jemand noch eine spezielle Frage hat, immer gerne her damit.

Christoph

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