Hallo Christoph,
ärgerliche Sache das! Vor Allem, dass das Bruchstück weg ist.
Vorweg - ein verlässliches Patentrezept habe ich nicht. Aber es gibt Möglichkeiten. Mir fällt dazu logischerweise das leicht abgewandelte zahntechnische Vorgehen ein.
Zum Verständnis:
Fast alle Kunststoffteile unserer Innenausbauten (auch T4) bestehen aus Tiefziehteilen aus ABS Kunststoff, ein Thermoplast.
Das bedeutet in diesem Fall, dass eine ABS-Platte mit Ledernarbung in der Farbe RAL 7016 auf 140-180 Grad Celsius erwärmt und mithilfe eines Vakuums auf eine Holzform "gezogen" (also geformt) wurde, die der äusseren Form der Tür entspricht, aber um die Materialstärke verkleinert ist.
Die Überschüsse an den Kanten wurden danach abgetrennt und besäumt (versäubert).
Die Tür besteht aus einer Aussen- und einer Innenschale, die zusammengeklebt wurden. Ausser den Ablagen auf der Innenseite ist der Vorteil dieses Verfahrens ein wesentlich stabileres Bauteil.
ABS verbindet sich zum Glück hervorragend mit dem in der Zahntechnik meistverwendeten Kunststofftyp PMMA.
Der Nachteil - und jetzt komme ich auf den Punkt, den wir alle nicht hören wollen, dass es nicht in der Form und schon gar nicht Oberfläche identische Bauteile gibt.
Daher funktioniert mein (z.B. an der inneren Schiebetürverkleidung erprobtes) Vorgehen auch nur bedingt, da man den Übergang nicht nur material- sondern auch oberflächenbedingt sehen kann.
Ich habe mir aus Knetsilikon der Shorehärte 90 einen gegenüber dem Defekt deutlich grösseren Abdruck eines provisorisch zusammengeklebten oder intakten Bauteils gemacht. Da die Tür ja auch von innen wieder einigermassen aussehen soll, würde ich dasselbe auch nochmal von der Innenseite machen.
Danach den Bereich um die Bruchkante herum entfetten, einen etwa 2mm breiten Streifen intaktes Material anrauhen. Die angrenzende unangetastete Fläche mit Vaseline bestreichen, damit der leicht zähflüssige Kunststoff sich im späteren Schritt nicht mit den intakten Oberflächenbereichen verbindet.
Als nächstes muss die äussere Silikonform mit verflüssigtem Wachs oder/und Klebeband fixiert werden. Jetzt wird klarsichtiger Kunststoff, der mit lösemittelhaltigem Lack in passender Farbe eingefärbt wird, im leicht zähflüssigen Zustand von der Innenseite in die Silikonform und damit an die Bruchkante laufen gelassen und sofort mit dem aufgedrückten Innenabdruck komprimiert und in Form gebracht.
Wenn der Kunststoff abgebunden ist (etwa 10-15min, je nach Temperatur) das Silikon abnehmen und mit einem Dremel die Übergange ausarbeiten und polieren. Je nach Farbgenauigkeit (die Teile sind ja alle unterschiedlich ausgeblichen) hast Du jetzt eine durchgefärbte Ecke, die sich (hoffentlich) nicht allzu sehr vom Rest abhebt.
Möglicherweise funktioniert das auch mit dem Material, das Rudi empfiehlt, eventuell gibt's das ja auch in grau.
Eine Form meiner Türecke kann ich Dir gerne erstellen und schicken. Das hantieren mit dem Kunststoff ist allerdings nur was für geübte Hände.vielleicht kennst Du nen Zahntechniker? Wenn nicht, schick ne pm,
Alternativ weiss Rainer vielleicht einen Weg.
Ich hoffe, das hilft Dir erstmal.
Grüsse