Tisch im Dehler Ambiente
Ein Besuch bei unseren Dehlerfreunden Werner und Gulshan brachte den Stein ins rollen.
Ich bemerkte, dass dem Cockpit- Tisch in einem Ambiente eine Windrose fehlte um den Charakter einer Yacht zu unterstreichen. Werner, der eigentlich gelernter Schreiner ist, griff das sofort auf und präsentierte mir an jenem denkwürdigen Tag seinen, mit einer perfekten Windrose versehenen Cockpit- Tisch.
Mir sind beinahe die „Augen aus ém Kopp gefallen“. So sollte ein Cockpit Tisch aussehen. Meiner auch...
Noch größer wurde die Überraschung, als mir Werner die Windrose als Furnier geschnitten schenkte. Das war der Hammer – der Segen, aber auch der Fluch zugleich. Denn sein Angebot, mir diese Intarsien in den Tisch zu legen schlug ich aus. Das wollte ich schon selber machen. Getreu dem Motto: Wenn es dem Esel zu wohl geht, geht er aufs Eis, wartete diese große Aufgabe auf mich. Und wartete. Und wartete. Irgendwann sonntags fiel mir ein, dass ich eine Oberfräse habe. Ich wusste es wirklich nicht – damit ging er dann aufs Eis. Natürlich hat mir Werner das genau erklärt, aber vor lauter Aufregung habe ich kaum etwas behalten. Der erste Schnitt war getan und die Oberfräse ging durch den Tisch. Nach dem Motto „Viel hilft viel“ sollten Unregelmäßigkeiten in der neu entstandenen Oberfläche mit Leim als Ausgleichsmasse geglättet werden, mit dem Ergebnis, dass das Furnier wellig wurde. Das wollte ich mit Farbe ausgleichen. Ich entschied mich für eine Art Öl – das sah so beschissen aus, dass der Lack, oder was das auch war, wieder komplett runter geschliffen werden musste. Ach ja, Teakholzfurnier war auch bei Dehler sehr dünn. Schreiner wissen das, Drucker müssen das erst lernen. An einer Stelle ist der Tisch schon sehr hell und das ist kein Teak, sondern Sperrholz! Vorsichtig mit dem Pinsel einen anderen Mattlack aufgetragen – Der Lack war toll, aber der Pinsel hinterließ Spuren. Also, her mit dem Schleifpapier. Dann habe ich den Lack gegossen. Sah toll aus aber der Tisch, stand nur nicht exakt in der Waage. Ich habe noch nie so viele Lacknasen gesehen. Also, wieder her mit dem Schleifpapier. Der neue Lackauftrag löste sich an den Rändern. Ihr ahnt es: Her mit dem Schleifpapier. Bis an die Grenze des Möglichen mit 400er Papier den ganzen Tisch sauber geschliffen. Mit Alkohol gewaschen und Druckluft gereinigt. Auf Kaffeetassen im Wohnzimmer, mit der Wasserwaage ausnivelliert, konnte es mit frischem Mut wieder ans Werk gehen. Diesmal hat es geklappt. Sagen wir mal zu 90%. Den Rest will ich gar nicht sehen. Aber es ist trotzdem ein unbeschreibliches Gefühl, einen richtigen selbst gemachten Cockpit- Tisch in meiner Landyacht zu fahren. Danke Werner für das Furnier und meiner Tina Danke für die Geduld und 2 Monate ein dreckiges Wohnzimmer. Fazit: So schnell geht der Esel nicht mehr aufs Eis.
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