Moin Ronald,
Wie telefonisch ja schon kurz angerissen, habe ich mir 2014 ein formidables Halbwissen zu diesem Thema angeeignet. Ich versuche mal ein paar Punkte anzuführen, die mich letztlich dazu bewogen haben, ein Fraron und zwei 65Ah Batterien (1 Starter, 1 Aufbau) mithilfe deutlich dickerer Kabel zu verwenden.
Gerd kann das sicherlich rechnerisch belegen und genau erklären, weshalb das LG20 nicht gut geeignet / nicht mehr up to date für Dein Vorhaben ist.
Für mich sprechen bereits in der Normalausführung zwei Gründe klar gegen das LG20.
1. Die Wärmeentwicklung. Man sieht nicht selten Dehler Profis, bei denen der Kartentisch deutlich unter der Wärmeentwicklung gelitten hat. Ob das an der Nutzungsweise oder Produktionsschwankungen liegt, kann ich nicht sagen.
2. Auf dem LG 20 steht: "11 A lin., 7 A eff." Mit 7 A zwei Batterien mit rund 65 A laden? Liegt deutlich unter der 10% Faustregel.
Hinzu kommt, dass das eine deutlich verschmerzbare Investition wird, wenn man bedenkt, dass ein funktionierendes LG 20 immer noch rund 60 +-10 Euro einbringt.
Gerd hat irgendwo erklärt, dass Stromstärke und Spannung entscheidend dafür sind, wie schnell und - auch temperaturabhängig - ob man überhaupt mit der Ladetechnik des LG 20 die Batterien voll bekommt. Da sieht das LG20 auf dem Papier recht alt aus, vor Allem, wenn man bedenkt, dass vollständige (oder eben unvollständige) Ladung auf die Lebensdauer einer konventionellen Bleisäurebatterie einen entscheidenden Einfluss hat.
Natürlich ist es sehr stark abhängig vom Nutzungsverhalten, ob das LG20 evtl. sogar mit zwei Aufbaubatterien funktioniert. Jürgen hat es ja viele Jahre lang ausprobiert und ist damit gut gefahren. Wenn ich das richtig auf dem Schirm habe, war da allerdings noch eine Solaranlage mit im Spiel.
Weder LG 20 noch Fraron können (wie die allermeisten anderen Geräte auch) ungleichartige Batterien gleichzeitig laden. Das Fraron kannst Du zwar auf die allermeisten Batterietypen switchen, aber dann eben auch nur diesen Batterietyp optimal laden.
Die Verwendung unterschiedlicher Batterien habe ich wegen der Ladegerätproblematik verworfen. Was hilft mir die beste Batterietechnik, wenn ich sie nicht korrekt laden kann. Oder aber ich lade die Aufbaubatterie vorschriftsmässig und koche die Starterbatterie ins Nirvana.
Hinzu kommt, dass die drei üblichen Stauräume, die sich im T3
für Batterien anbieten, nämlich die beiden Schächte hinter den Sitzen und das Fach ganz rechts unten im Kocherschrank, Batterien mit einer Abmessung von max (LxBxH)
8x175x175mm aufnehmen können. Das wird mit einer anderen Batteriesorte als Bleisäure schon schwierig. Es gibt allerdings einen weiteren Platz vor dem Linken Rücklicht, da passt meines Wissens nach auch anderes hinein. Aber siehe oben.
Eine letztendlich verlässliche Empfehlung zu geben ist aufgrund der vielen Faktoren, die bei dem Thema eine Rolle spielen nahezu unmöglich.
Ich denke, Du fährst am besten damit, wenn Du Dir zunächst überlegst, was genau Du erreichen willst.
Ist wenig fahren und viel frei stehen das Ziel? (da hilft ein anderes Ladegerät ja grad mal gar nichts)
- Ladetechnik der LiMa optimieren (Ladespannung prüfen/optimieren; Querschnitt vergrössern)
ggf zusätzlich
- zweite Aufbaubatterie (die Du wegen wenig fahren dann nicht richtig voll bekommst)
deshalb ggf zusätzlich
- über eine Solaranlage nachdenken.
bei wenig fahren und 50/50 frei/mit Landstrom stehen
- LG 20 gegen Fraron tauschen, da das die Ladezeit stark verkürzt und in Verbindung mit einem Temperaturfühler den Ladestand optimiert.
und
- ggf wie oben beschrieben ergänzen
Gerd hat mich seinerzeit auf eine sehr interessante Lektüre hingewiesen. Solarwilli verkauft auf Ebay Trennrelais mit kompletten Nachrüstsätzen. Diesen hier zum Beispiel. Die Ausführungen fand ich für die Überlegung zur Gesamtplanung sehr hilfreich.
Du siehst, das ganze direkt am Kragen zu packen ist nicht so leicht, da führen mehrere Wege zum entspannten Urlaub.
Übrigens ist auch das tauschen der Peltierkühlbox gegen eine Kompressorbox eine gute Möglichkeit, das halbiert mal eben den Bedarf des grössten Verbrauchers im Bus um die Hälfte.
In der Hoffnung, genau die gesunde Verwirrung gestiftet zu haben, die's braucht,
Grüsse,
Thomas