Reisebericht Norwegen 2011 (Teil II)

bluestar_2+2, Wednesday, 13.07.2011, 07:54 (vor 5352 Tagen) @ bluestar_2+2

***Fortsetzung***

Unsere Tour:

Oslo - Fagernes - Lærdalsøyri - Fjærland - Tvindefossen - Bergen - Haugesund - Stavanger / Preikestolvegen - Mandal – Kristiansand

In Oslo waren wir auf dem Ekeberg Camping.
Sehr schün etwas oberhalb von Oslo gelegen, ein schünes Areal mit Blick auf die Stadt und den Fjord.
Zum Laufen vielleicht doch einen Ticken zu weit außerhalb bzw. die Strecke ist einfach nicht so schün. Mit dem Stadtbus sind es knapp 10 Min. bis zum Hauptbahnhof / Oper.
Leider hatten wir an den ersten beiden Tagen fast nur Dauerregen und haben daher so viel nicht von Oslo gesehen. Dazu gehüren aber Die Oper, der Hafen, das Munch-Museum, das Nobelpreis-Träger-Museum, der Holmenkollen, und der Vigeland Park.
Weiter über die E16in Richtung Norden. Hier haben wir uns unterwegs die Stabkirche (Stavkirken) angesehen. Es geht kurzzeitig mal ein paar Serpentinen hoch, aber es lohnt sich. Sehr kleine, aber wunderschüne Holzkirche am Hang.

Und dann zum Camping Fagernes, in Fagernes am Stondafjorden.
Ein direkt am Fjord / Fluss / See gelegener Campingplatz. Gemeinsam mit uns waren sehr viele Modell-Flugzeug-Piloten vor Ort, die mit Ihren Modellfliegern so manches Kunststück über dem See gemacht haben.
Kurz vor der Nacht haben wir dann sicherheitshalber doch nochmal umgeparkt, weil der See auf Grund der Regenfälle und der Schneeschmälze recht schnell angestiegen ist. Und gut war es, unser Stellplatz war am nächsten Morgen komplett unter Wasser gestanden …
Der Campingplatz hatte mit Abstand die modernsten und saubersten Sanitären Anlagen. Man hat sich fast wie im eigenen Badezimmer gefühlt.
Weiter sollte es gehen auf der E16 in Richtung Norden zu den beiden Seen „Tyin“ und „Bygdin“, da wir hier eine schüne Wanderung an den beiden Seen vor hatten. Da die Europastraße aber an manchen Teilen komplett gesperrt war, haben wir uns dagegen entschieden, und fahren ein auf der 51 ein Stück retour, bis nach Gol. Und von hier mit der 52 bis nach Lærdalsøyri, und dort auf den Lærdal ferie og Fritidspark ANS.
Die Straße bis nach Gol hat echt keinen Spaß gemacht. Eng und Schlaglücher ohne Ende.
Ab Gol dann nach Lærdalsøyri dafür umso toller. Ein traumhaftes Hochplateau mit Seen, Wasserfällen, Schneebedeckten Bergkuppen, Steinwüsten und und und. Landschaftlich echt gigantisch.

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Der Campingplatz in Lærdalsøyri war eher nur eine Notübernachtung. Der Platz ist ganz ok, am Ende des Fjords gelegen. Er war aber sehr gut besucht, und hier haben wir keinen Platz mehr mit Strom erwischt, und auch direkt an der Straße. Also am nächsten Morgen gleich weiter auf der 5 in den Norden.
Mit der Fähre über den Sognefjord und durch den Frudalstunnelen (inzwischen Mautfrei) weiter bis nach Fjærland auf den Bøyum Camping. Ganz kanpp hinter der Tunnelausfahrt gibt es auf der linken Seite einen Rastplatz, von dem aus man einen gigantischen Blick in den Fjord hinein und auf den Gletscher hat.

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Der Campingplatz ist super. Sehr ruhig, unterhalb des Jostedalsbreen / Flatbreen. Sehr freundliche Betreiber, klein aber fein. Direkt daneben liegt das Gletscher Museum (Norsk Bremuseum), ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!
In Richtung Flatbrehytta gibt es die Müglichkeit einer tollen Wanderung hinauf zum Gletscher.
Hier gibt es gegenüber von dem gerüllfeld einen Parkplatz.
Allerdings müssen hier Schneefelder überquert werden! Also nicht einfach in den Turnschuhen loslaufen. Generell wird hier von selbstständigen Touren gewarnt! Wir sind auch nur bis an die Ausläufer – also nicht ganz hoch bis zur Hütte gelaufen.
Wenn man die Straße bis ganz ans Ende fährt, gibt es die Müglichkeit direkt an den See / das Schneefeld unterhalb des Gletschers zu kommen. Auch ein sehr schüner Platz!
Fjærland selber ist ein kleiner, verschlafener Ort, berühmt für seine Buchantiquariate.
Von hier aus geht dann auch die Fähre nach Balestrand, von wo aus man am Sognjeford entlang in Richtung Westküste entlang fahren kann.
Noch weiter üstlich von Fjærland kommt man dann zum Geirangerfjord. Er soll mit der schünste Fjord in ganz Norwegen sein. Uns wurde hier auch speziell der Trollstigen empfohlen. Hätten wir uns auch gerne angesehen, ist sich aber mit den Zeitplanung dann nicht mehr ausgegangen.
Wir sind auf der 5 nach Kaupanger gefahren, und von dort aus mit der Fähre den Sognjeford bzw. dann den Nærøyfjorden entlang. Eine traumhafte Route. Gerade die zweite Hälfte der Fährfahrt ist gigantisch. Kann ich also nur empfehlen. In Gudvangen legt die Fähre dann an. Von hier ging es für uns weiter auf der E16 bis zum Tvindefossen. Ein sehr eindrucksvoller Wasserfall. Es ist müglich hier nur einen Zwischenstopp einzulegen, oder auf dem Tvinde Camping direkt am Wasserfall, mit Bachlauf etc. zu übernachten. Das Getüse vom Wasser wird über Nacht zwar nicht abgestellt, aber ein eindrucksvolleres Frühstück hatte ich schon lange nicht mehr …
Vom Campingplatz aus gibt es auch eine kleine Wanderung (ca. 30 Min.) an die obere Kante des Wasserfalls, mit Blick runter, auf den Platz. Sehr schün als abendlicher Verdauungsspaziergang.

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Wir fahren weiter auf der E16 bis nach Bergen.
Unterwegs machen wir noch einen Zwischenstopp in Voss und fahren mit der Schwebebahn auf das Hochplateau um hier eine kleinere Wanderung zu machen.

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In Bergen liegen alle Campingplätze min. 10 KM außerhalb der Stadt. Unterwegs haben wir aber noch den Tipp bekommen, dass es in Bergen selber einen Stellplatz gibt. Nach langem Suchen haben wir den dann auch gefunden. Im südlichen Teil der Stadt unterhalb der Puddefjordsbroen, direkt an der Ufermauer zum Kai hin, in der DamsgÃ¥rdsveien ist der Stellplatz. Zwar kaum Komfort (WC, Duschen und Strom sind vorhanden), aber man ist in 20 Min. bis nach Bryggen, das historische Hanse-Viertel in Bergen gelaufen.
Wer also einen Abstecher in die Stadt machen müchte, der ist hier auf dem Stellplatz definitiv richtig aufgehoben, und ist nicht auf üffentliche Verkehrsmittel angewiesen.
Die nächste Etappe geht weiter auf der E39 bis nach Haugesund.
Unter anderem durch den bis auf -246m tief liegenden Bømlafjordtunnelen.
Der Haraldshaugen Camping ist auch sehr idyllisch gelegen, aber leider haben wir hier das regen-Paket gebucht, und sehen nur wenig von der Umgebung.

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Dafür nehmen wir das Frühstück auf einer kleinen Felskuppe direkt am Campingplatz ein, und genießen den Meerblick.
Am nächsten Morgen geht es weiter in Richtung Preikestolvegen.
Von Haugesund aus in den Süden entschieden wir uns für ein der diversen Fähr-Kombinationen.
Hier kommen wir unter anderem in Skudeneshavn vorbei. Ein wirklich malerisches Fischerürtchen mit weißen Häuschen.
Durch Stavanger fahren wir hindurch, und machen am süd-westlichen Ufer an den „Sverd i fjell“ (Schwerter im Fels) ein leckeres Picknick am Strand.

Und bis zum Abend sind wir dann auch auf dem Preikestolvegen Camping angekommen.
Kurz vorher geht es noch 2, 3 scharfe Serpentinen rauf, und dann hat man es geschafft.
Vom Gelände her ist das hier auch ein sehr schüner Platz.
Zwar recht groß, das verläuft sich aber wunderbar über Wiesen, Baumgruppen, einen Fluß und verschiedene „Terrains“ . Auch hat es sehr viele vorbereitete Grillstellen. Als wir ankommen liegt schon von überall der typische Grillgeruch in der Luft – nur wir haben kein Grillgut dabei …
Und, was auch anzumerken ist, hier sind die Duschen kostenfrei!
Die sanitären Anlagen wurden zwar durch einen Container-Trakt erweitert sind aber durchweg sauber in tadellosem Zustand.
Vom Campingplatz aus kann man entweder selber weiter bis zur Preikestolhytta fahren, dem Ausgangspunkt für die Wanderung. Dieser ist aber Kostenpflichtig. Oder man fährt mit dem öffentlichen Bus direkt vom Campingplatz aus. Keine Sorge, der Bus kann auch mal 15 Min. Verspätung haben – aber er kommt.
Die Wanderung ist auch richtig toll. Sehr abwechslungsreich durch den Wald, über Holzstege in Steppenähnliche Gebiete, Gerüllfelder hinauf, teilweise im Flusslauf und über langgezogene Felskuppen.
Die Felsplattform an sich ist schon beeindruckend. 600m senkrecht geht es nach unten. Und es gibt keine Begrenzung, Abzäunung oder Warnhinweise. Zum Vespern bleiben die meisten Leute direkt auf dem Felsen. Hier ist es recht trubelig und voll. Wir sind dann einfach noch ein paar Meter den Berg hinauf und hatten einen herrlich ruhigen Platz mit Blick auf den Preikestolvegen selber und den Lysefjord hinter.
Aber man merkt schon ganz klar, dass es ein Haupt-Touristen-Anlaufpunkt ist.
Wenn man am Morgen losgeht ist die Stimmung noch überall gut, man grüßt sich und es macht richtig Spaß. Auf dem Rückweg, um die Mittagszeit war das dann schon ganz anders. Da war es schon mehr eine Autobahn. Und wenn einem dann die Leute in Schläppchen und mit Plastiktragetüte entgegen kommen denkt man sich auch „na dann mal viel Spaß noch“ … Und es wird halt wirklich teilweise sehr eng auf den Wege. Also lieber früh aufstehen und das Ganze noch halbwegs in Ruhe genießen.

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Unsere letzte Etappe geht dann nach Mandal.
Auf der E39 bis nach Egersund, und von hier dann die „Küstenstraße“ 44 nach Flekkefjord und dann wieder mit der E39 bis nach Mandal.
Das Stück auf der 44 ist richtig toll zum fahren. Viele Kurven, tolle Landschaft und sehr abwechslungsreich. Aber auch sehr anstrengend! Oftmals wird es sehr eng, und dann kommt erst die Haarnadelkurve. Oder im Tunnel wird es kurzzeitig einspurig…
Die immer wieder kommenden Anstiege in Serpentinen machen Spaß zu fahren, aber als Busfahrer denkt man ja nicht nur an das Fahrvergnügen, sondern auch an das Fahrzeug. Hier war ich wirklich froh, dass die Sonne nicht so sehr runter gebrannt hat und ein schünes Lüftchen ging. Aber irgendwann war es dann auch gut, und wir sind wieder zurück auf die E39, um das restliche Stück nach Mandal zu kommen.
Hier sind wir auf dem Sjøsanden feriesenter AS Campingplatz gelandet.
Auch ein sehr schüner Platz, allerdings recht groß, was sich aber sehr gut verläuft.
Gerade für Kinder hat es hier auch ein schünes Angebot mit Pool und Strand und Meer. In Mandal gibt es einen schünen Fischladen direkt am Hafen, der quasi vom Fischerboot aus in den Auslagen bestückt wird. Beste Voraussetzungen zum Grillen.
Der Badestrand gleich am Campingplatz ist auch wunderschün. Und auch zum empfehlen ist die vorgelagerte Halbinsel süd-westlich vom Campingplatz. Hier hat es einen riesigen Wald mit viele Trampelpfaden, Lichtungen, Aussichtsplätzen, und und und.

Und dann also noch das letzte Stück bis nach Kristiansand.
Da unsere Fähre morgens um 6:00 Uhr zur Boarding gerufen hat, wollten wir nicht auf den Campingplatz. Am Stadion in der Snorresgate hat es Unmengen von Kostenfreien Parkplätzen. Hier haben wir unsere letzte Nacht verbracht und sind dann in der Früh auf zum Hafen.
Unser letzter Abend in Norwegen ist genau auf Mittsommer gefallen. Eher zufällig sind wir dann noch auf den oder die Kuholmane gestoßen. Auch eine kleine Halbinsel, am Jachthaven, gleich beim „Roligheden Camping“. Hier haben sich lauter Freunde / Familien / Pärchen / Grüppchen getroffen und haben Mittsommer gefeiert. Wie bei den Großen wurde da gegrillt, gepicknickt und natürlich auch Mittsommerfeuer angeschürt.
Wirklich per Zufall sind wir genau in dieses Einheimische Treiben gekommen und hatten einen großartigen Ausklang unserer Norwegenreise.

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*alle Angaben wie immer ohne Gewähr*

Wenn sonst noch jemand irgendwelche Fragen hat, gerne einfach schreiben.

Gruß,
Christoph

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